• Smart City
  • Location Intelligence
  • Infrastructures
  • Öffentliche Sicherheit
  • Smart Environment
  • GeoAI
  • Smart City
  • Location Intelligence
  • Infrastructures
  • Öffentliche Sicherheit
  • Smart Environment
  • GeoAI
Themen
3D Augmented Reality Big Data BIM Breitbandausbau Bürgerbeteiligung Case Study Covid-19 Dashboard Digital Twin DigitalTwin Health Screening Imagery Indoor Navigation IoT Kartografie Klimawandel KRITIS Lagebild Last Mile Delivery Machine Learning Mobilität Monitoring Nachhaltigkeit Open Data Operational Intelligence Realtime Analytics Stadtplanung Standortanalyse Startups Supply Chain Tourenplanung Umweltmonitoring
Facebook
Twitter
Instagram
YouTube
LinkedIn
RSS
  • Location Intelligence
  • Smart Environment
  • Smart City
  • Infrastructures
  • GeoAI
Abonnieren

Interview: Digitale Transformation beginnt im Kopf

  • WhereNext Redaktion
  • 4 minute read
Digitale Kommune
0
0
0
0

Ein Leben ohne Digitalisierung ist für uns kaum vorstellbar. Wie aber steht es um Ämter und Behörden? Halten sie Schritt mit der digitalen Transformation der Metropolen? E-Government-Experte Franz-Reinhard Habbel ist skeptisch – und vorsichtig optimistisch.

Herr Habbel, seit Langem beschäftigen Sie sich mit dem Thema E-Government. Auf Laien wirkt der Begriff sperrig. Um was geht es dabei?

Vereinfacht gesagt, meint E­-Government die Digitalisierung der Verwaltungs-pro­zesse und der Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und der öffentli­chen Verwaltung. Darüber hinaus wer­den Antworten auf die Frage gesucht, wie sich neue digitale Technologien einsetzen lassen, um das schnelle, komplexe Leben in Kommunen und die Mitsprache von Bürgern besser zu organisieren. Das be­trifft alle Lebensbereiche von Politik und Wirtschaft über Mobilität und Bildung bis hin zu Gesundheit und Kultur.

Franz-Reinhard Habbel ist E-Government-Experte und war bis Ende 2017 Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds.

Laut dem jährlich erscheinenden Report „E-Government-Monitor“ stagniert die Nutzung von E-Government in Deutschland. Zum Beispiel gebe es zu wenig digitale Verwaltungsangebote, die Nutzungsbarrieren seien zu hoch. Wie bewerten Sie das?

Die Situation ist in der Tat nicht akzepta­bel. Eine schlanke, gute Verwaltung ist ein wichtiger Standortfaktor für Bürger und Unternehmen. Da sind uns andere Länder zum Teil weit voraus. In Öster­reich gibt es zum Beispiel die antragslose Verwaltung. Wenn Sie dort ein Kind be­kommen, müssen Sie nicht extra einen Antrag stellen, um Kindergeld zu erhal­ten. In Estland werden wichtige Daten nur einmal erfasst, stehen aber verschiedenen Behörden zur Verfügung. Sobald sie dar­auf zugreifen, wird der Bürger umgehend informiert. Transparenz und Sicherheit bleiben gewahrt.

Warum gibt es so etwas hier nicht öfter, woran hapert es?

Die bestehenden Systeme von Bund, Ländern und Gemeinden sind zu wenig vernetzt, Prozesse nicht aufeinander ab­gestimmt oder gar noch nicht online möglich. Das im vergangenen Jahr be­schlossene Online­-Zugangsgesetz soll hier Abhilfe schaffen. Bis Ende 2022 sollen 500 Dienstleistungen im Rahmen eines Portalverbunds online gestellt werden. Außerdem benötigen wir Experten in den Behörden, die Neuerungen im Bereich der IT praktisch umsetzen können. Oft mangelt es aber auch schlichtweg an der grundsätzlichen Einstellung gegenüber der Digitalisierung. Es wird zu wenig in Projekten und vom Nutzer her gedacht. Die Frage, wie Dienste und Abläufe so di­gitalisiert werden können, dass sie den Bürgern und Unternehmen insgesamt optimal dienen, wird zu zaghaft gestellt – und noch seltener gut beantwortet.

Was genau meinen Sie damit?

Zum Beispiel das Thema Mobilität. Nicht nur große Kommunen wie Berlin oder Paris kämpfen mit verstopften Straßen, hohen Abgasemissionen und frustrierten Pendlern. Auch mittelgroße Städte leiden darunter. Die Vernetzung von privatem und öffentlichem Nahverkehr mittels Di­gitalisierung ist ein Schlüsselthema, um die Mobilität effizienter, umweltfreundli­cher und angenehmer zu gestalten. Das geht aber nur in Netzwerken und Allian­zen, indem Dienste auf Plattformen mit­einander verknüpft werden. Politik und Verwaltung müssen sich einer ganzheit­lichen Vorgehensweise stellen und stär­- ker auf Bürger und private Anbieter, etwa aus den Bereichen Car und Bike Sharing, zugehen. Die Zukunft liegt in der Vernet­zung. Hier verschenken wir Potenziale, Wildwuchs entsteht und die Herausfor­derungen werden nicht gelöst.

Was Sie Wildwuchs nennen, bezeichnen andere als Vielfalt. Was ist verkehrt daran?

Im Grunde nichts, aber je isolierter die Angebote sind, umso weniger effizient sind sie. Wenn Bürger darüber hinaus ihre Verwaltung als wenig kommunikativ, wenig dynamisch oder altbacken erleben, bekommt sie ein Akzeptanzproblem. Die Bürger sagen dann irgendwann: „Verwal­tung? Die ist langsam und hilft uns nicht. Brauchen wir nicht, machen wir lieber selbst.“ Damit beginnt das Vertrauen in die politische Systemwelt zu schwinden. Ein solcher „Strömungsabriss“ darf aber nicht passieren.

Was schlagen Sie vor?

Wir müssen uns offensiv und intensiv mit den neuen Entwicklungen auseinander­setzen. Dazu gehört ein transparenter, diskursiver Umgang mit dem Thema Daten. Die Vernetzung und die Dynamik von Geodaten zum Beispiel spielen eine entscheidende Rolle im kommunalen Le­ben. Mit ihnen lassen sich wertvolle Rückschlüsse ziehen und etwa visualisie­ren, wo es Defizite im Verkehr oder bei der Gestaltung öffentlicher Räume gibt. Öffentliche Räume werden mit privaten Daten überlagert und gleichzeitig wer­den Daten der öffentlichen Hand von Privatanbietern genutzt. Ist das akzepta­bel? Und wenn ja, unter welchen Bedin­- gungen? Wem gehören die Daten? Wer darf sie wie nutzen? All das muss transparent diskutiert und geklärt werden. Das sind wichtige Fragen, die umfassend und schnell beantwortet werden müssen. Daten sind das Öl im 21. Jahrhundert.

Aber wie?

Mein Leitbild ist das eines offenen Ge­meinwesens, in dem die Potenziale der Menschen gefördert und genutzt werden. Dazu muss man sie einbinden und teil­haben lassen. Wir benötigen mehr physi­sche und digitale Begegnungsräume für Debatten und Dialoge etwa in Form regel­mäßiger öffentlicher Veranstaltungen und digitaler Portale. Ich plädiere dafür, dass Kommunen ein Dezernat für Kommuni­kation ins Leben rufen, um genau diese Dinge zu organisieren und ein kommuni­katives Ambiente anzubieten. Parallel dazu brauchen wir Datenanalysten in der Verwaltung, die wir auch gut bezahlen müssen. Sonst kriegen wir sie nicht.

Jetzt klingen Sie ja fast optimistisch.

Das bin ich auch! Die Digitalisierung ist zwar ein dickes Brett, aber ich treffe jeden Tag Bürger, Unternehmer, Politiker und Verwaltungsfachleute, die tolle Ideen und Energie zur Veränderung haben, die die Chancen nutzen wollen. Viele Kom­munen und Bürgermeister haben sich bereits auf den Weg gemacht, die Digi­talisierung zu nutzen. Sie entwickeln ent­sprechende Strategien. Das ist ermuti­gend. Wir müssen raus aus unseren Silos und eigenen Blasen und uns stärker ver­netzen. Und wir sollten dabei keine Angst vor Veränderungen haben. Denn Veränderung ist Normalität. Die digitale Transformation beginnt im Kopf.­

Das Interview führte Peter Gaide.


Lesen Sie in diesem kostenfreien E-Book, wie Städte und Regionen Entwicklungen analysieren und die richtigen Weichen für ein vernetztes Miteinander stellen.

Share
Tweet
Share
Share
Share
Related Topics
  • Mobilität
  • Stadtplanung
Voriger Artikel
Panoramablick über die Limmat in Zürich an einem Winterabend

Responsive statt smart: Zürich denkt das Konzept der Stadt der Zukunft weiter

  • WhereNext Redaktion
Weiterlesen
Nächster Artikel
Künstliche Intelligenz mit Bezug zu GeoIT

GeoAI: „Die nächste Entwicklungsstufe in der GeoIT“

  • WhereNext Redaktion
Weiterlesen
Auch interessant
Historisches Hauptgebäude der Universität Kassel mit klassischer Sandsteinfassade und Platz im Vordergrund.
Weiterlesen
  • Smart City

Neugier, Kreativität, Disziplinoffenheit: Welche GIS-Skills die Stadtplanung nach vorn bringen 

  • Dr.-Ing. René Burghardt
  • 30. April 2026
Weiterlesen
  • Smart City

Indoor GIS als Grundlage für den Smart Campus an der ETH Zürich 

  • Ricardo Roch
  • 25. Februar 2026
Brücke in Deutschland fürhrt durch ein grünes Tal
Weiterlesen
  • Infrastructures
  • Smart City

Brücken neu gedacht: Digitale Zwillinge in der Infrastruktur

  • WhereNext Redaktion
  • 27. Januar 2026
Weiterlesen
  • Smart City

Smart City Cottbus: Der Digitale Zwilling verbindet Stadt, Daten und Menschen 

  • Lucas Fenger
  • 22. Januar 2026
Kaya Sittard auf der Bühne der Esri Plenary in Bonn
Weiterlesen
  • GeoAI
  • Infrastructures
  • Location Intelligence
  • Öffentliche Sicherheit
  • Smart City
  • Smart Environment

Mit starker Community und konsequentem Kundenfokus die digitale Transformation gestalten

  • WhereNext Redaktion
  • 10. Dezember 2025
Weiterlesen
  • Smart City

Digitale Zwillinge: Motor für eine nachhaltige urbane Entwicklung 

  • WhereNext Redaktion
  • 29. August 2025
Titelbild
Weiterlesen
  • Smart City

Karlsruhe auf dem Weg zur Sensor City: Wie ArcGIS die Stadt klimafit macht 

  • Lea Austermann
  • 24. April 2025
Blick auf die Stadt Zürich
Weiterlesen
  • Smart City

Zukunftsorientierte Geoinformation im Kanton Zürich: ArcGIS Enterprise als organisationsweite Kollaborationsplattform 

  • Anna Vetter and Christoph Frischknecht
  • 10. April 2025
WhereNext Redaktion
Hier gibt die WhereNext-Redaktion praxisnahe Einblicke in das Thema Location Intelligence.
  • Starkregenvorsorge: Wie sich die Stadt Göttingen vor Unwetter schützt

    Weiterlesen
  • Wald Borkenkäfer

    GIS im Kampf gegen Waldschädlinge

    Weiterlesen
  • Digitale Nähe schaffen: Wie eine mobile App Kommunen und Bürger verbindet

    Weiterlesen
Lesen Sie jetzt das WhereNext Spezial 2025 mit 21 Success Stories aus der Praxis
Jetzt anmelden zur IMGIS 2026 in Frankfurt am Main vom 15. bis 17. April
Eine Auswahl an Lieblingsmaps in den Maps We Love von Esri Deutschland und Esri Schweiz
WHERENEXT

Das Fachmagazin für Best Practices, Interviews und Success Stories rund um Location Intelligence.

Herausgegeben von Esri Deutschland und Esri Schweiz – den Anbietern für Geospatial Infrastructure.

Logos von Esri Deutschland und Esri Schweiz in schwarz
MEISTGELESEN
  • Luftaufnahme einer Moorlandschaft mit unregelmäßig verzweigten Wasserläufen und flachen Tümpeln, umgeben von hellbraunen Feuchtwiesen und dichter Vegetation; am Bildrand grenzt ein Wald an die nassen Moorflächen.
    Digitale Karten als Grundlage für erfolgreichen Moorschutz 
  • Historisches Hauptgebäude der Universität Kassel mit klassischer Sandsteinfassade und Platz im Vordergrund.
    Neugier, Kreativität, Disziplinoffenheit: Welche GIS-Skills die Stadtplanung nach vorn bringen 
  • Teilnehmende stehen im Eingangsbereich einer internationalen Fachkonferenz mit Infoständen und Konferenzbeschilderung.
    Esri International Infrastructure Management & GIS Conference 2026: Solving Infrastructure Challenges with GIS
INFO
  • About
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Esri Deutschland
  • Esri Schweiz
  • ArcGIS

Gib dein Suchwort ein und drücke Enter.

X