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Zwischen Verfügbarkeit und Schutz: Moderne Lagebilder für BOS und KRITIS

  • Rüdiger Gartmann
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In der Leitstelle entscheiden Geschwindigkeit, Sicherheit und eine klare Datenlage über den Erfolg von Einsätzen. In Geografischen Informationssystemen (GIS) entstehen heutzutage digitale Lagebilder in Echtzeit. Was dabei entscheiden ist: Informationen müssen gezielt und zugeschnitten auf die Freigabestufe bereitgestellt werden.

Wenn im Lagezentrum die ersten Warnmeldungen eintreffen, Drohnenbilder hochgeladen werden oder Sensoren kritische Werte melden, beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Moderne Einsatzführung basiert längst nicht mehr auf Papierkarten und Funksprüchen – sondern auf digitalen Lagebildern, die oftmals in GIS-Systemen in Echtzeit entstehen. Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und Betreiber kritischer Infrastrukturen nutzen die Plattform, um Entscheidungen schneller und fundierter treffen zu können. 

Doch mit der wachsenden Menge an geobasierten Informationen steigt auch eine andere Herausforderung: Nicht jeder soll und darf alles sehen. Genau hier ist eine Entwicklung in der aktuellen GIS-Welt zu beobachten – der Wandel von Datenplattformen hin zu dynamischen Sicherheitsarchitekturen. 

Volle Lageübersicht für alle – sensible Details nur für wenige

Ein Unwetter zieht über das Land. Einsatzkräfte melden blockierte Straßen, Pegelstände steigen, erste Versorgungsleitungen sind gefährdet. Mit Technologie wie ArcGIS Enterprise vom GIS-Weltmarktführer Esri entsteht ein Lagebild, das alle relevanten Informationen zusammenführt: Gefahrenbereiche, kritische Infrastruktur, verfügbare Ressourcen, Prognosen und mehr. 

Überschwemmung
Abb. 1: Einsatzkräfte benötigen im Schadensfall schnell relevante Informationen

Doch während Einsatzteams möglichst vollständige Informationen benötigen, dürfen Details zu besonders sensiblen Einrichtungen, etwa Energieanlagen oder sicherheitsrelevanter Infrastruktur, nur einem eng definierten Personenkreis angezeigt werden. 

Genau hier kommt ein Werkzeug wie der security.manager von Esri Partner con terra ins Spiel. Er erweitert ArcGIS Enterprise um die Fähigkeit, fein granular zu steuern, wer welches Detail sehen oder nutzen darf. Das Lagebild bleibt für alle dasselbe – sein Informationsgehalt dagegen passt sich der jeweiligen Rolle an. 

So entsteht ein Gleichgewicht zwischen „Need to Share“ und „Need to Know“, wie es der Einsatzalltag verlangt. 

Zusammenarbeit ohne Kontrollverlust 

Insbesondere in Multi-Agency-Lagen wie bei Großschadensereignissen, sicherheitsrelevanten Vorfällen oder komplexen Infrastrukturstörungen treffen unterschiedliche Organisationen aufeinander. Sie alle benötigen Zugriff auf das gemeinsame Lagebild, jedoch mit unterschiedlichen Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnissen. 

Großbrand
Abb. 2: Großschadensereignisse stellen besondere Herausforderungen an das Datenmanagement

ArcGIS Enterprise und security.manager bietet hierfür eine perfekte Grundlage: 
gemeinsame Datenhaltung, sichere Kommunikation, einheitliche Dashboards und Kartendienste. 

Ein Zugriffssystem wie der security.manager sorgt dafür, dass: 

  • operative Informationen breit geteilt werden können, 
  • vertrauliche Inhalte automatisch geschützt bleiben, 
  • temporäre Berechtigungen bei Bedarf rasch vergeben werden, und
  • Partnerschaften flexibel umgesetzt werden können, ohne Sicherheit einzubüßen. 

Ein Zusammenspiel, das die Zusammenarbeit erleichtert, statt sie zu behindern. 

Anwendungsszenarien in der Praxis 

In der Praxis zeigt sich der Nutzen rollenbasierter Zugriffskonzepte besonders deutlich, wenn unterschiedliche Akteure mit sensiblen Geodaten arbeiten. Die folgenden Szenarien verdeutlichen, wie sich sicherheitskritische Informationen kontrolliert bereitstellen lassen, ohne den gemeinsamen Lageüberblick zu verlieren.

1. Kritische Infrastruktur schützen 

Nach einem Sturmereignis droht eine Gefährdung der Energieversorgung. Einsatzteams sehen in der Karte Sperrungen, Notrouten und Gefahrenzonen. 
Sicherheitsverantwortliche hingegen sehen zusätzlich die exakten Standorte sensibler Anlagen und prioritäre Netzabschnitte – Informationen, die im falschen Kontext ein Risiko darstellen könnten. 

Alle relevanten Daten fließen in ein gemeinsames Lagebild, dessen Detailtiefe und Sichtbarkeit gezielt nach Rollen und Berechtigungen geregelt werden. 

2. Gemeinsame Lageberichte mit sensiblen Details 

Bei einem sicherheitsrelevanten Vorfall arbeiten Polizei, Feuerwehr, kommunale Stellen und Spezialkräfte zusammen.  Alle benötigen den Überblick über die aktuelle Lage – aber nur wenige dürfen personenbezogene Daten, Ermittlungsstände oder taktische Informationen einsehen. 

Auch hier wirkt die Kombination aus ArcGIS Enterprise und granularer Zugriffssteuerung wie ein intelligenter Filter: Er passt das Lagebild dynamisch an die jeweilige Rolle an und schützt vertrauliche Details bis auf Attributebene.

Mehr zum Thema

Die StoryMap veranschaulicht anhand eines praxisnahen Szenarios, wie security.manager BOS und KRITIS-Betreiber bei der sicheren Lageführung unterstützt:

Zur StoryMap

Dynamik als Sicherheitsfaktor 

Echtzeit-Lagebilder verändern sich kontinuierlich. Neue Informationen kommen hinzu, Prioritäten verschieben sich, externe Spezialist:innen müssen kurzfristig eingebunden werden. 

In ArcGIS Enterprise bleiben Daten und Werkzeuge stabil verfügbar – unabhängig vom Einsatzgeschehen. Flexible Zugriffskonzepte ermöglichen es, Rechte situationsabhängig und zeitlich begrenzt anzupassen. Ohne Umwege, ohne Systemwechsel, ohne Risiko. 

Für Einsatzleiter:innen bedeutet das: 
Sicherheit bleibt gewahrt, Handlungsfähigkeit bleibt erhalten. 

Resiliente Systeme für eine komplexe Welt 

Ob Naturkatastrophen, Schutz kritischer Infrastruktur, polizeiliche Lagen oder militärische Szenarien: die Anforderungen an moderne Sicherheitsarchitekturen steigen stetig. Daten werden umfangreicher, Lagebilder komplexer, Cyber-Bedrohungen vielfältiger.

ArcGIS Enterprise bildet dabei das Rückgrat der digitalen Lageführung: leistungsfähig, skalierbar, kollaborativ. Mit ergänzenden Lösungen wie dem security.manager wird diese Plattform zu einem System, das Lageinformationen nicht nur bereitstellt, sondern gleichzeitig schützt. 

Das Ergebnis ist eine Sicherheitsarchitektur, die Informationsflüsse beschleunigt, Risiken minimiert, organisationsübergreifende Zusammenarbeit stärkt, und das Vertrauen in staatliche Sicherheitsstrukturen festigt. 

 security.manager

Fazit

Gute Entscheidungen entstehen dort, wo relevante Informationen schnell, präzise und sicher verfügbar sind. ArcGIS Enterprise von Esri bildet dafür das Fundament. Der security.manager ergänzt diese Grundlage um die Fähigkeit, Informationen rollenbasiert, dynamisch und kontextsensitiv zu schützen. Ohne dabei die operative Zusammenarbeit einzuschränken.

So entsteht ein modernes, resilientes Sicherheitsökosystem das aktuellen Anforderungen gerecht wird, und bereit ist für kommende Herausforderungen.

Kontakt

Rüdiger Gartmann
con terra GmbH
Product Owner security.manager

T  +49 251 59689 300
r.gartmann@conterra.de

Rüdiger Gartmann von der con terra GmbH
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