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Carsharing: Bequeme Selbstbedienung als Erfolgsrezept

  • WhereNext Redaktion
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Die „Mobility Genossenschaft“ stellt in der Schweiz ihren 245.000 Kundinnen und Kunden knapp 3.000 Fahrzeuge an 1.540 Standorten in verschiedenen Fahrzeug-Kategorien rund um die Uhr im Carsharing-Modell zur Verfügung. Dafür, dass die Autos immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, sorgt ArcGIS.

Für das Carsharing-Unternehmen Mobility mit Sitz im schweizerischen Rotkreuz steht der richtige Standort für Fahrzeuge und Stationen im Fokus. Zentrales Element für Analysen ist das Geoinformationssystem ArcGIS Online samt Komponenten und Erweiterungen.

Die ArcGIS-Werkzeuge analysieren verschiedene Faktoren, darunter die demografischen Merkmale der Bevölkerung, Verkehrsströme, Konkurrenz, Infrastruktur und Umweltfaktoren. Janine Pilloud Emmenegger, Standortverantwortliche Westschweiz bei der Mobility Genossenschaft, erklärt: „Zunächst definieren wir, in welcher Gemeinde und in welchem Quartier ein Standort eröffnet werden soll. Dabei spielen Bevölkerungsstruktur, Bauprojekte, Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, die Anzahl bestehender Kundinnen und Kunden sowie bereits existierende Standorte in der Gegend eine Rolle. Ist die Entscheidung für einen Standort gefallen, so werden vertiefende Analysen durchgeführt. Untersucht werden beispielsweise Kriterien wie Auffindbarkeit, Sicherheitsaspekte oder Schadensfälle in der Gegend.“ 

4G und Ladesäulen sind wichtig

Grossen Wert legt die Organisation beispielsweise auf die Sicherheit. Um sie zu garantieren, muss ein Parkplatz beleuchtet, offen und übersichtlich sein. Die Zufahrt zum Standort und der Parkplatz sollten nicht zu eng sein oder Hindernisse aufweisen, da sich dadurch Unfälle häufen würden. Zudem muss der Standort rund um die Uhr zugänglich sein.

Doch auch technische Kriterien sind zu beachten: Der Parkplatz muss mindestens über 4G-Empfang verfügen, um die Kommunikation mit dem Bordcomputer zu ermöglichen. Und: Der potenzielle Standort muss elektrifizierbar sein. Denn ein Ziel des Unternehmens heisst: Bis Ende 2030 soll der komplette Fuhrpark auf Elektroautos umgestellt werden.

GIS: „S“ steht auch für Science

Das „S“ in GIS steht laut Natalie Brandenberg, GIS- and Data Analystin bei Mobility, auch für „Science“, da die datengetriebenen Entscheidungen nicht nur auf klassischen Zahlentabellen, sondern auch auf geografischen Daten basieren. Denn Standorte sowie Kundinnen und Kunden sind in der ganzen Schweiz verteilt. Dazu Brandenberg: „Meine Kollegin und ich haben beide Geographie studiert und wissen sehr gut, dass Durchschnitte nicht homogen über die ganze Schweiz gelegt werden können“ Als Basis für Ihre Arbeit dienen deshalb externe Statistiken und interne Daten, die ausgewertet, analysiert, verglichen und ihre Kernaussagen herausgefiltert werden. 

Da Standort- und Kundendaten mit Georeferenzdaten angereichert werden, lassen sich räumliche Analysen durchführen. Dadurch kann das Unternehmen sehr genau auf die einzelnen Regionen eingehen. Die Kundendaten ermöglichen zudem, Informationen zur Nachfrage, dem Umsatz und der Entwicklung eines Standorts zu erhalten. Das hilft wiederum, das Standortnetz optimal zu gestalten.

Auch Unsicherheiten bleiben im Blick

Neben ArcGIS Online, ArcGIS Dashboards, ArcGIS Survey123 für die Auswertung des Kundenfeedback kommen die Tools Network Analyst für eine optimierte Routenplanung sowie Geostatistical Analyst und Spatial Analyst zum Einsatz. Die geostatistischen Analysen untersuchen räumliche Daten und berücksichtigen dabei räumliche Autokorrelationen. Mit diesen Informationen lassen sich Vorhersagen oder Schätzungen für unbekannte Werte an anderen Standorten treffen, beispielsweise zur Luftverschmutzung. 

Das ArcGIS-Erweiterungstool Spatial Analyst wiederum dient der Durchführung umfassender rasterbasierter Analysen räumlicher Daten. Dabei kann eine breite Palette von Datenformaten genutzt werden, um Datensätze zu kombinieren, neue Daten zu interpretieren und komplexe Rasteroperationen durchzuführen – einschliesslich der Erstellung von Oberflächenmodellen, der Durchführung von Sichtbarkeits- und Abstandsanalysen und der Erstellung von räumlichen Entscheidungsmodellen

Geeignete Standorte: Die Suche geht weiter

Die Mission von Mobility: Geteilte Mobilität für eine lebensfreundlichere Welt mit intelligenten Dienstleistungen. Tiefgehende Standortanalysen sind dabei unerlässlich, um die Geschäftsstrategie ständig zu optimieren, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und die Rentabilität zu verbessern. Denn schliesslich ist man immer auf der Suche nach geeigneten Standorten, sei es, weil ein Parkplatz geschlossen wurde, sich als unprofitabel oder als ungünstig, weil nicht elektrifizierbar, erweist. Und dann muss nahtlos ein Ersatz her. 

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