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Nachhaltiges Lieferkettenmanagement: Mit Spatial Knowledge Graphs Risiken vorhersehen und handeln 

  • Leonie Engemann
  • 4 minute read
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Auf einen Blick: 
ArcGIS Knowledge hilft Unternehmen, globale Lieferketten transparenter und widerstandsfähiger zu gestalten. Durch den Einsatz von Spatial Knowledge Graphs und die Integration von Geodaten und Risikobewertungen können geopolitische, klimatische und soziale Risiken in Echtzeit visualisiert werden. Unternehmen können so proaktiv auf Bedrohungen reagieren und fundierte Entscheidungen treffen. Interaktive Dashboards bieten alle relevanten Informationen auf einen Blick und ermöglichen ein effizientes Risikomanagement. 

Globale Lieferketten stehen unter Druck – Naturkatastrophen, geopolitische Konflikte oder unerwartete Ereignisse können ganze Produktionsketten ins Wanken bringen. Spatial Knowledge Graphs bieten eine revolutionäre Möglichkeit, solche Risiken in Echtzeit zu erkennen und präventiv zu handeln. 

Die Weltwirtschaft hängt an einem feinen Faden: Globale Lieferketten sind anfällig für plötzliche Unterbrechungen, ob durch Naturkatastrophen, politische Konflikte oder unvorhersehbare Ereignisse. Jedes Glied der Kette kann immense Auswirkungen auf Produktion und Geschäftserfolg haben. 

Mit der Einführung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes wird Unternehmen eine besondere Verantwortung auferlegt. Doch jenseits der gesetzlichen Vorschriften steht eine drängende Frage: Wie können Unternehmen ihre globalen Netzwerke nicht nur nachhaltiger, sondern auch widerstandsfähiger gestalten? Hier kommen Spatial Knowledge Graphs ins Spiel. Sie sind mehr als nur ein Werkzeug – sie eröffnen neue Möglichkeiten, Risiken zu erkennen, bevor sie Realität werden. 

Überwindung von Datensilos: Wissen in räumlichen Kontext setzen

Daten über Lieferketten sind in vielen Unternehmen noch selten vollständig vorhanden. Häufig lagern die vorhandenen Informationen isoliert in verschiedenen Systemen und werden von unterschiedlichen Verantwortlichen verwaltet. Dies führt zu einem fragmentierten Bild, das es schwer macht, rechtzeitig fundierte Entscheidungen zu treffen. Hier setzen Knowledge Graphs an. Sie brechen Datensilos auf und fügen Informationen zu einem umfassenden Ganzen zusammen. Besonders entscheidend ist die geografische Komponente: Durch die Verknüpfung von Datenpunkten mit räumlichen Informationen werden Abhängigkeiten sichtbar, die bisher im Verborgenen lagen. 

ArcGIS Knowledge: Die Kraft hinter den Graphen

ArcGIS Knowledge bringt Struktur in das Datenchaos. Unternehmen können Lieferanten, Produktionsstandorte und Materialien als Knoten darstellen, die durch komplexe Beziehungen verknüpft sind. Das Besondere an diesem System ist die Möglichkeit, nicht nur räumliche Nähe zu analysieren, sondern auch tiefergehende Beziehungen zu beleuchten. Zum Beispiel, wie nah ein Lieferant an einem Risikogebiet liegt oder wie sich Materialflüsse zwischen verschiedenen Standorten verhalten.

Neben Lieferketten und deren Risiken können auch finanzielle Transaktionen, Verbindungen von Personen oder IT-Netzwerke abgebildet werden. 
 
Neben Lieferketten und deren Risiken können auch finanzielle Transaktionen, Verbindungen von Personen oder IT-Netzwerke abgebildet werden. 

Mit zusätzlichen Datenquellen wie dem ArcGIS Living Atlas oder der WWF Risk Filter Suite wird der Knowledge Graph ständig durch aktuelle Risikoinformationen angereichert. Das Ergebnis sind dynamische Risikoanalysen, die eine Reaktion in Echtzeit auf neue Bedrohungen ermöglichen. 

Vorteile der Spatial Knowledge Graphs

Die Implementierung räumlicher Knowledge Graphs bietet zahlreiche Vorteile, die über das bloße Risikomanagement hinausgehen:

  • Frühzeitige Risikoerkennung: Durch die ganzheitliche Sicht können Organisationen Bedrohungen erkennen, bevor Situationen und Lagen eskalieren. 
  • Fundierte Entscheidungen: Klare Visualisierungen der Lieferkettenbeziehungen geben Entscheidungstragenden die nötigen Informationen, um strategische Maßnahmen zu ergreifen. 
  • Nachhaltigkeit und Compliance: Knowledge Graphs ermöglichen es, gesetzliche Vorgaben nicht nur einzuhalten, sondern Lieferketten aktiv nachhaltiger und resilienter zu gestalten. 

Einblicke aus der Praxis: Der deuter-Case

Eines der Unternehmen, das diesen innovativen Ansatz als Proof of Concept untersucht hat, ist deuter. Das Outdoor-Unternehmen stand vor der Herausforderung, dass ihr bisheriges Vorgehen nicht mehr ausreichte, um die zunehmende Komplexität der Lieferbeziehungen abzubilden. Durch die Zusammenarbeit im Rahmen einer Masterarbeit entstand die Möglichkeit, mit ArcGIS Knowledge die komplexen Beziehungen innerhalb der Lieferkette in einem dynamischen Modell zu visualisieren. Dabei wurde geprüft, welche Mehrwerte dieser Ansatz für die Risikoerkennung, das Monitoring und die erforderlichen Reportings bieten kann. 

Deuter-Logo

Durch die Verknüpfung von Lieferkettendaten, Risikobewertungen und ständig aktualisierten Georisiken konnte deuter eine detaillierte Visualisierung der gesamten Lieferkette erstellen. Dadurch wurden sowohl geografische Risiken, wie Naturkatastrophen oder geopolitische Spannungen, als auch Abhängigkeiten zwischen Lieferanten transparent gemacht.  

Deuter_Bedrohung von Produktionsstandorten in Taiwan durch Naturkatastrophen
Bedrohung von Produktionsstandorten in Taiwan durch Naturkatastrophen.

Diese neu gewonnene Übersicht half deuter dabei, Vorgänge in der Lieferkette besser zu verstehen. So konnte beispielsweise nachvollzogen werden, aus welchen Gründen Materialkosten unerwartet stiegen oder Lieferschwierigkeiten entstanden. Das ermöglicht es langfristig, potenzielle Störungen in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten, um die Stabilität der Produktion zu gewährleisten.

„Das Projekt Spatial Knowledge Graphs mit Leonie Engemann war für uns von entscheidener Bedeutung.
Die Visualisierung unserer Risikoanalyse, kombiniert mit Georisiken und daraus abgeleiteten Maßnahme zur Resilienzförderung in den Lieferketten, war für Deuter das fehlende Puzzleteil. Dies ermöglicht es uns, die richtigen Schlüsse zur richtigen Zeit verständlich im Unternehmen zu kommunizieren und den verantwortlichen Stellen leicht zugänglich zu machen. Dadurch werden bessere Entscheidungen getroffen und unser Anspruch, verantwortungsvoll zu handeln, unterstützt.“

Marco Hühn
Head of CSR, Quality, Repair Service
Deuter Sport GmbH

Nahtlose Integration in das ArcGIS System 

ArcGIS Knowledge ist tief in das ArcGIS Ökosystem eingebettet. Durch diese Integration können Unternehmen Risiken nicht nur besser visualisieren, sondern auch live überwachen. Die interaktiven Dashboards bieten Entscheidungstragenden eine intuitive Möglichkeit, aktuelle Bedrohungen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. 

 Ein herausragendes Feature ist die Einbindung von Live-Feeds aus dem ArcGIS Living Atlas. Diese liefern beinahe in Echtzeit Informationen zu Naturkatastrophen wie Hurrikans oder Erdbeben, die sofort in den Knowledge Graph integriert werden können. So sind Unternehmen immer auf dem neuesten Stand und können proaktiv handeln, anstatt lediglich auf Probleme zu reagieren. 

Diese Verknüpfung von räumlichen und operativen Daten schafft eine ganzheitliche Lösung, die nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben erleichtert, sondern auch eine langfristig nachhaltige und widerstandsfähigere Lieferkette ermöglicht. 

Ausblick und Fazit

Spatial Knowledge Graphs revolutionieren das Lieferkettenmanagement. Sie helfen Unternehmen, den komplexen Herausforderungen globaler Netzwerke zu begegnen, indem sie tiefere Einblicke in Risiken und Beziehungen ermöglichen. Diese Graphen erlauben es nicht nur, drohende Risiken frühzeitig zu identifizieren, sondern auch die Effizienz der gesamten Lieferkette zu steigern. Die Fähigkeit, Informationen über geografische und inhaltliche Abhängigkeiten zu verknüpfen, wird immer mehr zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Die Überwindung von Datensilos und der Einsatz fortschrittlicher Analysetechnologien sind der Schlüssel, um nachhaltigere und resilientere Lieferketten aufzubauen.

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