Die Digitalisierung stellt Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Sie bietet aber auch enorme Chancen, die Stadtentwicklung effizienter, transparenter und partizipativer zu gestalten. Die Stadt Cottbus zeigt mit ihrem neuen Open Data Portal und dem 3D-Stadtmodell, wie moderne Technologien im Rahmen der „Modellprojekte Smart Cities“ produktiv eingesetzt werden. Der Digitale Zwilling ebnet den Weg zur vernetzten Stadt.
Der Strukturwandel in der Lausitz, der demografische Wandel und die Energiewende erfordern eine moderne Verwaltung sowie den konsequenten Einsatz digitaler Methoden. Auf dem Weg zur digitalen, vernetzten Stadt sind in Cottbus zentrale Handlungsfelder identifiziert worden. Dazu gehören Bildung, Wirtschaft, Energie, Gesundheit, Mobilität, Verwaltung und digitale Stadtentwicklung.
Das Handlungsfeld „Digitale Stadtentwicklung“ wird im Fachbereich Stadtentwicklung in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Geoinformation zentral gesteuert. Die Live-Schaltung des Open Data Portals und des 3D-Stadtmodells markieren wesentliche Fortschritte in der Realisierung des vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWBS) geförderten Programms „Modellprojekte Smart Cities“ der Stadt Cottbus auf dem Weg zur Smart City.
Digitale Stadtentwicklung in Cottbus
Um die Stadt Cottbus zukunftsfähig zu entwickeln und zu planen, wird modernste GIS-Technologie intelligent in Wert gesetzt. Durch die digitale Transformation von Cottbus werden städtische Planungsprozesse insgesamt zugänglicher – für Mitarbeitende, Unternehmen sowie die Bevölkerung. Neben KI-gestützten, digitalen Verkehrszählungen geht die Stadt Cottbus mit Ihrem Aufbau des Digitalen Zwillings große Schritte hin zu einer transparenten, zukunftsfähigen Stadt- und Raumentwicklung.

Open Data Portal und 3D-Stadtmodell
Als digitale Grundlage für die Smart City Cottbus wurden ein Open Data Portal und ein 3D-Stadtmodell geschaffen. Nicht nur die Stadtverwaltung selbst, sondern jede Bürgerin und jeder Bürger kann das hochaufgelöste 3D-Modell von Cottbus nutzen. Über das Open Data Portal können Interessierte bereits eine Vielzahl spannender Datensätze und interaktiver Karten abrufen. Neue Fachanwendungen (Apps) – wie der digitale Baustellenatlas – machen diese Informationen direkt nutzbar und schaffen echten Mehrwert im Alltag. Durch die kostenlose Bereitstellung kommunaler Daten über das Portal werden nicht nur kleine Unternehmen und Start-Ups, sondern auch die Stadt Cottbus als Wissensstandort gefördert.
Das hochaufgelöste Modell eröffnet darüber hinaus völlig neue Perspektiven: Gebäude, Straßen und Infrastruktur lassen sich als 3D-BIM-Modelle (Building Information Modeling) realitätsnah im Digitalen Zwilling der Stadt erkunden und in ihrem räumlichen Zusammenhang erleben. Das ermöglicht eine ganzheitliche Planung, Ausführung und Verwaltung von Projekten. Alle beteiligten Bereiche arbeiten auf einer gemeinsamen digitalen Datenbasis.
Mit der neuen Plattform hat Cottbus ein umfassendes geographisches Informationsportal für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung geschaffen. So können städtebauliche Konzepte und komplexe Bauleitplanverfahren verständlich visuell aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Bürgerinnen und Bürger erfahren ihre Stadt digital. Die Möglichkeit, geplante Projekte und Vorhaben digital zu erkunden, fördert dabei ein tieferes Verständnis für die räumlichen Entwicklungen der Stadt.

Co-kreative Stadtgestaltung
Das Open Data Portal ist die Datendrehscheibe der Stadt Cottbus und macht die Stadtverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger transparenter. Zahlreiche Daten, Apps und Werkzeuge stehen über das Portal öffentlich bereit, darunter das 3D-Stadtmodell und der Baustellenatlas. Thematisch gebündelt können kommunale Daten hier durchsucht, heruntergeladen und visualisiert werden.
Stadtentwicklungs- und Planungsprojekte bleiben auf diese Weise keine Einbahnstraße: die Bewohnerinnen und Bewohner wirken aktiv mit und beteiligen sich über Umfragen oder integrierte Feedback-Funktionen an zahlreichen Vorhaben der Stadt. Damit schafft Cottbus eine neue Form der Partizipation an städtischen Planungsprozessen. Ein co-kreativer Stadtgestaltungsprozess, der Brücken zwischen den Handlungsfeldern sowie zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit schlägt, wird so nachhaltig unterstützt. Service-Angebote und stadtplanerische Maßnahmen lassen sich dadurch bedarfsorientiert entwickeln und passgenau ausrichten.
Das technologische Fundament
Geographische Informationssysteme (GIS) sind die Basis für Digitale Zwillinge. Das technologische Fundament der Smart City Anwendungen, wie dem Open Data Portal und dem 3D Stadtmodell, bildet die ArcGIS Plattform. Für den weiteren Ausbau zu einem Digitalen Zwilling Stadt Cottbus stellt ArcGIS ein breites Funktionsspektrum für die Verwaltung, Visualisierung, Analyse und Freigabe von raumbezogenen Daten in 2D, 3D und 4D bereit. Einzelne Projekte können innerhalb von Fachbereichen oder für beliebig viele externe Anwendende visualisiert, analysiert und freigegeben werden. Zum Beispiel für die Feuerwehr Cottbus oder das Fraunhofer Institut.
Im Digitalen Zwilling der Stadt Cottbus laufen alle Daten – sowohl statische Daten als auch Echtzeitdaten – zentral zusammen. Dies ermöglicht weiterführende Analysen, Prognosen und Planungen.
ArcGIS Urban für die Stadtplanung in 3D
Cottbus setzt auf ArcGIS Urban von Esri, um bauliche Entwicklungen zu koordinieren, zu modellieren und zu planen. Mit der interaktiven, webbasierten Visualisierung dreidimensionaler Daten werden Szenarien erstellt und Planungsvarianten in einer stadtweiten Übersicht aller Projekte bewertet. Die Planung erfolgt einfach und intuitiv direkt im Digitalen Zwilling der Stadt Cottbus.
Das erleichtert die Entscheidungsfindung. Für eine deutlich verbesserte Bürgerbeteiligung direkt im 3D-Stadtmodell über ArcGIS Urban soll zukünftig auch der ArcGIS Hub eingesetzt werden, um Bürgerinnen und Bürgern einen geschützten Zugang für Hinweise und Anmerkungen zu städtischen Planungsprojekten zu geben.

Ganzheitlicher Ansatz für eine smarte Stadt
Cottbus verfolgt einen ganzheitlichen geographischen Ansatz zur Entwicklung einer Smart City, der die Modellierung, Integration, Visualisierung und Analyse von Daten einschließt. Verschiedene Datenquellen werden über zahlreiche Schnittstellen integriert und fließen in visuellen Arbeitskarten und Plänen zusammen. Dies ermöglicht heute und in Zukunft eine umfassendere, digitale Stadtplanung und -entwicklung.
Das Smart City Modellprojekt in Cottbus zeigt, wie moderne Technologien die Stadtentwicklung voranbringen. Mit einem geographischen Ansatz und der Unterstützung von Esri entsteht eine vernetzte, transparente und partizipative Stadt. Cottbus setzt damit einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft.



