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Darum setzt der Kanton Luzern auf den Governmental Twin

  • WhereNext Redaktion
  • 3 minute read
Kanton Luzern
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Ein Digitaler Zwilling dient heute vor allem dazu, Städte abzubilden, um so raumbezogene Herausforderungen in urbanen Gebieten anzugehen und verschiedene Prozesse besser zu planen. 

Nun bestehen aber politische Einheiten, wie Bundesländer oder Kantone, nicht nur aus Städten, sondern auch aus unterschiedlich großen Gemeinden sowie einer vielseitigen Landschaft. Auch in diesen Einheiten wird eGovernment eingeführt und somit werden flächendeckend digitale Prozesse modelliert und auch in 3D geplant. 

Ein sogenannter Governmental Twin kann bei dieser Herausforderung helfen, wie Thomas Hoesli, Projektleiter für strategische Projekte beim Kanton Luzern verrät. 

Thomas Hoesli

Projektleiter strategische Projekte beim Kanton Luzern

Herr Hoesli, der Begriff „‘Governmental Twin‘ ist vielschichtig. Wie definiert der Kanton Luzern ihn konkret?

Typischerweise entsteht ein Governmental Twin im Rahmen der Umsetzung von eGovernment und stellt eine Erweiterung der 3D-Modellierungen über den rein städtischen Bereich hinaus dar. 

Im Kanton Luzern werden sämtliche, im kantonalen Hoheitsgebiet relevanten, 3D-Modellierungen zusammengeführt und als kohärentes Landschaftsmodell zur Verfügung gestellt. Dies bietet auch kleineren Gemeinden und ländlichen Gebieten die Möglichkeit, 3D-basierte Prozesse zu visualisieren und darzustellen.

In unserem kantonalen Governmental Twin sind deshalb auch die Planungsprozesse und raumbezogenen Daten aller politischen Entscheidungsträger auf kommunaler und kantonaler Stufe abgebildet und nicht nur diejenigen, welche die städtische Bevölkerung betreffen. Da die kantonale Verwaltung vor allem kantonsweite Projekte realisiert, z.B. im Straßenbau, macht ein Governmental Twin oder ein Landschaftsmodel durchaus viel Sinn.

Haben Sie Projekte, die Sie hier hervorheben wollen?

Die Geoinformation Kanton Luzern geht einen Schritt weiter in Richtung Governmental Twin und ermöglicht es der Bevölkerung bereits jetzt, verschiedenste Varianten im Straßenbau mittels 3D-Visualisierungen zu beurteilen. 

Dies stellt eine erhebliche Verbesserung in der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern dar und trägt maßgeblich zur Akzeptanz der Projekte bei. Zudem ersetzt dieser innovative Ansatz die Notwendigkeit der Bereitstellung umfangreicher Papierunterlagen und Karten im Genehmigungsverfahren, was den Prozess nicht nur effizienter, sondern auch umweltfreundlicher gestaltet.

Mit der Einreichung der Unterlangen für eine Baubewilligung werden im Kanton Luzern auch gleich die Daten der geplanten Bauten eingefordert. Seit mehreren Jahren können deshalb alle projektierten Gebäude digitalisiert und im Landschaftsmodell abgebildet werden. Eine medienbruchfreie Digitalisierung des Prozesses ist nun in Arbeit, welcher die Übernahme der Bauvorhaben direkt in BIM oder GIS Formaten vorsieht.

Die Schweiz ist bekannt für die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger:innen. Wie bildet der Kanton Luzern diese technologisch ab?

Die Mitbestimmung z.B. im Nutzungsplanungsverfahren soll neu und speziell auch mit informativen Visualisierungen der raumbezogenen Daten unterstützt werden. Dafür steht im Kanton Luzern die Nutzung von ArcGIS Hub im Vordergrund. Mit diesem können Vernehmlassungen breiter abgestützt und Vorhaben besser verortet werden. ArcGIS Hub bietet auch viele Möglichkeiten zur Interaktion der Verwaltung mit den von einer behördlichen Maßnahme betroffenen Bevölkerung.

In einem Pilotprojekt testen wir zurzeit die kantonsweite öffentliche Auflage von Baugesuchen. Damit soll die Digitalisierung im Bewilligungsprozess ausgebaut und der Einbezug der Betroffenen verbessert werden.

Was sind Ihre nächsten Entwicklungsschritte in Sachen Governmental Twins?

Wir streben generell eine möglichst vollständige Integration von digitalen Projektdaten aus der CAD und BIM Welt in der kantonalen Geoinformation an. Neu können Gemeinden bereits strategisch relevante Bauvorhaben im Landschaftsmodell integrieren lassen.

Bezüglich BIM soll eine umfassende Integration bei kantonalen Bauprojekten umgesetzt werden, wie z.B. dem geplanten zentralen Verwaltungsgebäude der kantonalen Verwaltung. Bei letzterem ist auch angedacht, mit ArcGIS Indoors ein erstes Informations- und Gebäudemanagement-System aufzubauen und zu testen.


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