Die Energiewende ist eine zutiefst raumbezogene Aufgabe: Standorte für erneuerbare Energien müssen unter vielen Gesichtspunkten bewertet werden – technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Umweltauswirkungen und gesellschaftlicher Akzeptanz. GIS ist das Werkzeug, das diese Faktoren zusammenbringt und damit eine fundierte, transparente Entscheidungsgrundlage liefert. Für RWE wird GIS deshalb als zentrale Plattform eingesetzt, um komplexe räumliche Zusammenhänge sichtbar zu machen und auf einer einheitlichen Datenbasis faktenbasierte Entscheidungen zu treffen.
In der Energiewirtschaft gewinnt GIS gerade im Bereich der Erneuerbaren eine strategische Bedeutung: Hier hängt nahezu jeder Arbeitsschritt mit Geodaten zusammen – von der Standortsuche über die Projektentwicklung bis hin zu Genehmigungsverfahren. In einem dynamischen Umfeld, in dem Entscheidungen schnell fallen und Rahmenbedingungen sich stetig ändern, hilft GIS RWE, den Ausbau erneuerbarer Energien gezielt zu steuern, Flächenkonflikte zu vermeiden und Ausbauziele effizient zu erreichen.
Mit GIS kann RWE große Datenmengen intelligent verknüpfen, Potenziale im Raum gegenüberstellen und daraus fundierte Entscheidungen ableiten. Risiken werden früh sichtbar, Chancen optimal bewertet – und Projekte effizienter umgesetzt. Gleichzeitig sorgt GIS für mehr Transparenz – sowohl intern für die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen als auch extern im Dialog mit Behörden und der Öffentlichkeit.
Interaktive Karten statt statischer Pläne
Bereits seit vielen Jahren setzen Planungsbehörden, Kommunen und Verbände auf Geoinformationen, um ihre Flächenausweisungen zukunftsorientiert zu gestalten. Während früher oft statische Karten oder vereinzelt eine Shape-Datei zum Download bereitgestellt wurden, betreiben heute selbst kleinere Gemeinden eigene Geodatenserver. Daten und Analysen werden zunehmend über interaktive WebGIS-Lösungen bereitgestellt. Damit erhalten Projektentwicklerinnen und -entwickler, Behörden sowie auch die Bevölkerung einen deutlich einfacheren und transparenteren Zugang zu relevanten Informationen.
125 Jahre Energiegeschichte im Wandel
RWE hat sich in seiner mehr als 125-jährigen Historie vom konventionellen Energieversorger zum Erneuerbare-Player entwickelt. Von den ersten Wasserkraftwerken und überregionalen Hochspannungsleitungen bis hin zur Inbetriebnahme des ersten kommerziellen Offshore-Windparks der Welt – heute ist RWE einer der weltweit führenden Stromerzeuger aus erneuerbaren Energien.
Parallel dazu wuchs die Menge an Unternehmensdaten kontinuierlich. Unterschiedliche Speicherorte, vielfältige Softwarelösungen und teils heterogene Formate – etwa bei Kataster- und Eigentümerdaten – führten zu uneinheitlichen Informationsständen. Entscheidungen zur Flächenakquise basierten daher häufig auf verstreuten und fragmentierten Daten.

Von der Projektidee über den Ansatz zum Projekt
RWE begegnet den komplexen Anforderungen des Ausbaus erneuerbarer Energien mit zwei zentralen digitalen Systemen: WebGIS und GreenOS+. Das WebGIS auf Basis von ArcGIS unterstützt präzise Analysen, strategische Planungen und die anschauliche Visualisierung von Projekten über ihren gesamten Lebenszyklus. GreenOS+ fungiert als zentraler Informationshub für das Projektmanagement und die Teamkoordination. Hier fließen alle Informationen zusammen – räumlich wie nicht-räumlich – und schaffen eine verlässliche Basis für jede Entscheidung.
Die wahre Stärke der beiden Systeme liegt dabei in ihrer Vernetzung: Über WebHooks und Power Automate kommunizieren beide Tools kontinuierlich miteinander. Die Daten fließen automatisch und synchron. So lassen sich auch andere Partner wie das Engineering oder RWE Supply & Trading nahtlos einbinden. Entscheidungen können schneller getroffen werden, Informationen stehen jederzeit auf Knopfdruck bereit.

Räumliche Analysen als Schlüssel der Projektentwicklung
Räumliche Analysen kommen in vielen Bereichen der Projektentwicklung zum Einsatz: bei der Flächensicherung, in der Umwelt- und Genehmigungsplanung, bei Abstands- und Sichtbarkeitsanalysen oder in der Netzanschlussprüfung.
In den letzten Jahren hat sich die Rolle von GIS dabei stark gewandelt: Früher waren es oft Einzelfallanalysen, die man „zusammengeklickt“ hat. Heute stehen standardisierte, automatisierte Prozesse im Vordergrund. Mit den verfügbaren Modellen, Services und Tools können komplexe Berechnungen reproduziert und effizient abgebildet werden. So entstehen Workflows, die mit wenigen Klicks Ergebnisse in der benötigten Qualität liefern und direkt in andere Systeme überführt werden können.
Automatisierte Workflows sorgen für mehr Effizienz
Bei Nutzungsverträgen mit Grundstückseigentümern laufen viele der benötigten Berechnungen bei RWE inzwischen vollautomatisch im GIS ab und werden anschließend fast automatisiert in die Verträge übernommen – so lassen sich Stunden manueller Arbeit einsparen und Fehler vermeiden, die typischerweise bei manuellen Berechnungen oder Übertragungen entstehen könnten.
Diese Standardisierung sorgt dafür, dass RWE schneller, konsistenter und transparenter arbeitet. Der Wandel hin zu WebGIS-Plattformen beschleunigt die Möglichkeiten zusätzlich: Sie machen Ergebnisse unternehmensweit nutzbar, öffnen sie für Nicht-GIS-Spezialistinnen und -Spezialisten und ermöglichen die nahtlose Verknüpfung mit anderen Systemen.

GIS als Schlüsselwerkzeug in der Projektplanung
In der Projektentwicklung bei RWE Renewables schafft GIS insbesondere in der Planungsphase wichtige Mehrwerte: GIS unterstützt hier dabei, geeignete Flächen zu identifizieren, Restriktionen wie Siedlungen, Schutzgebiete oder Infrastruktur zu berücksichtigen und daraus belastbare Standortbewertungen zu erstellen.
Schon in der Planungsphase liefern räumliche Analysen wertvolle Erkenntnisse: Layouts lassen sich optimieren, Abstände prüfen und verschiedene Szenarien durchspielen – noch bevor ein Antrag gestellt wird. Auch bei Standortbegehungen entfaltet GIS sein volles Potenzial. Mit mobilen Anwendungen wie ArcGIS Field Maps lassen sich Daten direkt vor Ort erfassen, Fotos und Notizen georeferenziert ablegen und nahtlos in die Projekte zurückführen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können Projektideen flexibel und schnell im GIS anlegen. Durch die intelligente Systemarchitektur werden die Daten aus beiden Systemen im Hintergrund synchronisiert. Nach der Synchronisation lässt sich in GreenOS+ ein Projektansatz anlegen, der im GIS weiterbearbeitet wird. Wie viele Anlagen sind geplant? Welche Watt-Leistung (MW) erzeugt ein geplanter Windpark? Dank automatisierter Berechnungen können Teams Layout-Planungen erstellen, verschiedene Varianten vergleichen und so die optimale Entscheidung treffen.
Eine Single Source of Truth für RWE
Der entscheidende Mehrwert liegt darin, komplexe raumbezogene Informationen klar und anschaulich aufzubereiten – und damit Entscheidungen zu beschleunigen. Ob für interne Projektteams, Genehmigungsbehörden oder andere Stakeholder: Die Kombination von WebGIS und GreenOS+ schafft eine verlässliche „Single Source of Truth“ für den gesamten Energiekonzern.
Durch die einheitliche Datenbasis werden die Datenqualität und -konsistenz verbessert. Alle Beteiligten greifen jederzeit auf denselben, aktuellen Projektstand zu. So sind relevante Informationen durchgehend transparent und für jeden sichtbar, was Planung, Abstimmung und Umsetzung erheblich unterstützt.
Auch auf strategischer Ebene sorgt die neue Architektur für entscheidende Vorteile: Sie schafft Transparenz, vermeidet die Arbeit mit veralteten oder fehlerhaften Daten und ermöglicht eine schnellere Reaktionsfähigkeit auf externe Anforderungen. Prozesse werden vereinfacht und Analysen weitgehend automatisiert. Die enge Vernetzung des zentralen GIS mit GreenOS+ ermöglicht dabei Synergieeffekte über Abteilungsgrenzen hinweg – transparent für alle Beteiligten.
Eine digitale Architektur, die den Arbeitsalltag verändert
Bis Ende 2025 plant RWE Renewables, die Plattform allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung zu stellen und zentrale Funktionen über Custom Widgets bereitzustellen. Mit der Single Source of Truth für Geodaten und intelligenten Werkzeugen auf einer zentralen Arbeitsplattform, können neue Daten kontinuierlich integriert und die Plattform langfristig auch in weiteren Ländern ausgerollt werden. So entstehen konzernweite Standards, die den gesamten Lebenszyklus der Projekte abbilden können.
Mit der Synergie aus WebGIS und GreenOS+ baut RWE eine Plattform auf, die den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden neu definiert: Sie vereint Transparenz, Effizienz und Vernetzung, macht Informationen zentral zugänglich und ermöglicht eine nahtlose Zusammenarbeit über Teams und Abteilungen hinweg – eine Lösung, die den gesamten Projektlebenszyklus sichtbar und steuerbar macht.
Über RWE
RWE ist Gestalter und Schrittmacher der grünen Energiewelt. Mit ihrer Investitions- und Wachstumsoffensive trägt RWE maßgeblich zum Gelingen der Energiewende und zur Dekarbonisierung des Energiesystems bei. Für das Unternehmen arbeiten weltweit rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fast 30 Ländern. Im Bereich Erneuerbare Energien ist RWE bereits heute eines der führenden Unternehmen. Der Konzern investiert Milliarden in den Ausbau seines Erzeugungsportfolios, vor allem in Offshore- und Onshore-Wind, Solarenergie und Batteriespeicher. Als eines der führenden Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien betreibt RWE in ihrem Heimatmarkt Deutschland rund 90 Windparks an Land.

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